ENTWICKLUNG DER HOCHFELDER HAFEN-GRUPPE

Wie ist es zum Kultushafen gekommen?

Neben der Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft und der Bergisch-Märkischen-Eisenbahngesellschaft baute die  Rheinische Bahngesellschaft als erste die den Rhein überschreitende Strecke "Essen-Osterath". Dabei entstanden erstens die Trajektanstalt, dann die Hochfelder Eisenbahnbrücke und letztendlich die sogenannte „Hochfelder Hafengruppe“. Zunächst wurde im Jahre 1868 vor dem Werksgelände der Niederrheinischen Hütte der „Nordhafen“ gebaut. Dieser wurde durch eine Mole vom Rhein abgetrennt. Im September des Jahres 1872 bemühte sich die Niederrheinische Hütte um Verfüllung der links- und rechtsrheinischen Trajekt-Einschnitte mit Hüttenschlacken. Die Rheinstrom-Bauverwaltung forderte jedoch am Prallhang des rechten Rheinufers zwischen der Niederrheinischen Hütte und dem Eichelskamp die Anlage eines Paralleldammes (Mole) und so kam es mit dem Südhafen zur Erweiterung der Hafenanlagen in Hochfeld und Wanheimerort. Mit der Inbetriebnahme der 1. Eisenbahnbrücke folgte ab 1873 auf dem Gelände der abmontierten Trajektanstalt  der „Kultushafen“.  Die Hafengruppe war im Jahre 1874 fertiggestellt und ist seitdem als „Hochfelder Hafengruppe“ bekannt. Durch Dr. Adalbert Falk, dem damaligen preußischen Kultusminister, erfolgte im November des Jahres 1875 die Einweihung und sorgte somit auch für die Namensgebung "Kultushafen".

Für die Duisburger und Ruhrorter Häfen bedeutete die durch die Rheinische Bahngesellschaft betriebene Hochfelder Hafengruppe eine starke Konkurrenz. Mit dem Ausbau des Schienennetzes nach Norden zu den zahlreichen Industriebetrieben und mit niedrigeren Frachtsätzen in ihren Häfen baute sie ihren Vorteil weiter aus. Erst ab dem 01.April im Jahre 1912 wurde die Hochfelder Hafengruppe in die allgemeine Verwaltung der Duisburg-Ruhrorter Häfen mit einbezogen.

 

Dr. Paul Ludwig Adalbert Falk (August 1827 bis Juli 1900)

Preußischer Kultusminister und Präsident des Oberlandesgericht in Hamm.

 

Dr. Paul Ludwig Adalbert Falk weihte  im November 1875 in seiner Funktion als preußischer Kultusminister den Kultushafen ein. 

 

 

 

 

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Adalbert_Falk

Die Lage der Hochfelder Hafengruppe in Stromkilometer:

Vom südlichen Ende des Südhafens ab Stromkilometer 773 km über die Einfahrt des Kultushafens 774.3 km bis zum nördlichen Ende des Nordhafens 775 km erstreckte sich die Hochfelder Hafengruppe auf einer Länge von 2 Stromkilometer. Der Nordhafen wurde in den Jahren 1981 bis 1983 zugeschüttet und diente danach als Betriebsfläche für Separierung und Aufbereitung von Industrie- und Bauschutt. Mit dem 1. Bauabschnitt des Rheinparks in den Jahren 2007 bis 2008 entstand auf der Fläche des ehemaligen Nordhafens ein Promenadenteil des Rheinparkgeländes.

 Zwischen Stromkilometer 773 und 775 km, die rechtrheinisch liegende Hochfelder Hafengruppe.  Der in der Bildmitte unten liegende Kultushafen entstand in dem ehemaligen Einschnitt der Trajektanlage. Quelle: Der Rhein, Ausbau, Verkehr, Verwaltung 1951
Zwischen Stromkilometer 773 und 775 km, die rechtrheinisch liegende Hochfelder Hafengruppe. Der in der Bildmitte unten liegende Kultushafen entstand in dem ehemaligen Einschnitt der Trajektanlage. Quelle: Der Rhein, Ausbau, Verkehr, Verwaltung 1951

Nordhafen: Rheinische Bahngesellschaft

Der von der Rheinischen Bahngesellschaft vor der Niederrheinischen Hütte 1868 erbaute Hafen in Duisburg-Hochfeld erstreckte sich von Stromkilometer 774.40 bis 774.65 auf eine Länge von ca. 250 Meter. Mit dem Rückgang der  Industrie (NH) wurde der Hafen mangels Nutzung und Wirtschaftlichkeit ab 1981-83 zugeschüttet. Auf dem so neu gewonnenen Gelände und unterhalb der Eisenbahnbrücke siedelte sich eine Recylingfirma an. Sie verarbeitete Bau- und Industrieschutt zu wiederverwendbaren Reststoffen. Mit dem Bau des Rheinparks ab dem Jahre 2007 wurden die ehemaligen Hafen- bzw. Betriebsflächen vollständig in den Rheinpark integriert und überbaut. Nach umfangreichen Erdarbeiten und Baumaßnahmen entstanden eine auf 2 Ebenen gestaltete Uferpromenade sowie Spiel- und Vegetations-Flächen. Historische und aktuelle Fotos zeigen den Landschaftswandel innerhalb von 168 Jahren. Sie dokumentieren den Niedergang der ortsansässigen Industrie und die sukzessive Stilllegung der Niederrheinischen Hütte, über Industriebrachen bis zur Fertigstellung des Rheinparks im Jahre 2008.

Südhafen: Rheinische Bahngesellschaft

Bevor die Rheinische Eisenbahngesellschaft den Südhafen anlegen konnte, musste sie 1865/67 notwendigerweise die vor Wanheim liegende Insel (Sandbank) "Wardt" abbaggern. Die Erstellung des Südhafens mit einer 950 Meter langen Hafenmole erfolgte am Prallhang des Rheins unter Abstimmung und Aufsicht der Rheinstromverwaltung. Der Südhafen liegt vor dem Duisburger Ortsteil Wanheimerort zwischen den Stromkilometern 773.3 bis 774.3. Bereits vor dem Bau des Südhafen wurde die Rheinreede vor Wanheim als Schiffsanlege- und Verladestelle für Holzanlieferungen für das Wanheimer Sägewerk Brügmann & Sohn genutzt. Der Ausbau von Buhnen ermöglichte diese Nutzung, führte aber auch gewollt zu einem anderen Strömungsverhalten des Rheins.

Quelle: Wikimedia Commons, Johann Bucker, dtsch. Kartograph 1696-1723, Buckers Hauptwerk ist die "Karte des Rheins von Duisburg bis Arnheim aus dem Jahre 1713" Die Karte Nr.1  zeigt u.a. die im Rhein bei Wanheim gelegene Insel (Sandbank) Wardt.
Quelle: Wikimedia Commons, Johann Bucker, dtsch. Kartograph 1696-1723, Buckers Hauptwerk ist die "Karte des Rheins von Duisburg bis Arnheim aus dem Jahre 1713" Die Karte Nr.1 zeigt u.a. die im Rhein bei Wanheim gelegene Insel (Sandbank) Wardt.
Die Übersichtskarte zeigt die Wanheimer Reede und den Anfang des Südhafens bei Stromkilometer 733.  Das Sägewerk Brügmann & Sohn war  größter Nutznießer der Hafenanlagen,  hier  wurden vorwiegend Holzflösse und Schiffsladungen von Holz angeliefert.
Die Übersichtskarte zeigt die Wanheimer Reede und den Anfang des Südhafens bei Stromkilometer 733. Das Sägewerk Brügmann & Sohn war größter Nutznießer der Hafenanlagen, hier wurden vorwiegend Holzflösse und Schiffsladungen von Holz angeliefert.

Bei der Planungsidee des RVRs den Südhafen als Freizeitort wasseraffin zu nutzen und die Mole mit der Uferpromenade durch eine Brücke zu verbinden sollte folgendes bedacht werden: kleine Wanderjollen erreichen schon leicht Masthöhen von ca. 7 Meter, auch die Flybridge von Kajütkreuzern muss unter einer Brücke gut hindurch passen. Eine Ausfahrt kleiner Boote aus dem Südhafen in den Rhein dürfte aufgrund der starken Strömung am Prallhang große Schwierigkeiten bereiten. Die Mole, welche den Rhein vom Südhafen trennt ist schon bei moderatem Hochwasser überflutet. Sie müsste für eine sichere Hafennutzung wohl noch vollständig aufgehöht werden.

Rheinhochwasser Januar 2018, Blick in Richtung Süden, linke Bildseite Einfahrt Südhafen mit der fast komplett überfluteten Mole, Aufnahme-Datum: 08.01.2018
Rheinhochwasser Januar 2018, Blick in Richtung Süden, linke Bildseite Einfahrt Südhafen mit der fast komplett überfluteten Mole, Aufnahme-Datum: 08.01.2018