KULTUSHAFEN AB 1873

Kultushafen mit der ersten Eisenbahnbrücke von 1873-1923

Wie bereits an obiger Stelle erwähnt stellte die ehemalige Trajektanstalt im Januar 1874 ihren Betrieb ein und wurde zurückgebaut. So entstand ab dem Jahre 1874 in dem Geländeeinschnitt der ehemaligen Fahr-Trasse der Trajektanstalt der Kultushafen. Historische Ansichtskarten des Kultushafens mit der 1. Eisenbahnbrücke zeigen den regen Schiffsverkehr und die Verladetätigkeiten der unterschiedlichsten Güter im Hafen. Der überwiegende Güterumschlag bestand aus Kohle, Holz und Erz für die Industrie. Auch Stückgüter unterschiedlichster Art wurden im Hafen umgeschlagen. 

Kultushafen Zeiten, Ereignisse, Bilder

Seit der Inbetriebnahme des Kultushafens im Jahre 1873 sind 146 ereignisreiche Jahre vergangen. Für den Kultushafen und sein Umland bedeuteten diese Jahre Aufbau, Zerstörungen, Wiederaufbau, Güterumschläge Wirtschaftskrisen, Industrieverluste, Hafenrückbau, Naturereignisse  und den Ausbau des Rheinparks. Die Fotos zeigen den Wandel der Zeiten rund um den Kultushafen, sie sind ein Spiegelbild nicht nur der Duisburger Stadtgeschichte, sondern auch der Eisenbahn-, Brückenbau- und Industrie-Geschichte. Vor allem sind sie als eine Hommage gedacht für all die Menschen, welche hier schwer gearbeitet und gelebt haben bzw. noch leben. Als Bilder der Vergangenheit  sollen sie die Erinnerungen an einen der geschichtsträchtigsten Orte Duisburgs wachhalten.      

Rückbau des KultushafenS in den Jahren 1988/1989

In den Jahren 1988/89 wurde der 380 Meter lange Kultushafen um rund 60 Meter zurückgebaut. Um diese Strecke wurde der Dickelsbach-Kanal, welcher am östlichen Ende in den Hafen mündet, verlängert. Anlass zum Rückbau des Kultushafens war der sehr spitz auslaufende östliche Teil des Hafenbeckens. Als Begründung für die Hafenverkürzung wurde die unzureichende Nutzung des Endstückes angegeben. Für den Schiffsverkehr und Verladebetrieb war dieser Abschnitt aufgrund seiner Enge wirtschaftlich nicht mehr nutzbar. 

 

Sollte die IGA-Planung, nämlich den Kultushafen zuzuschütten und in eine Sand-Spielfläche umzuwandeln, Realität werden, so ist zwangsläufig der Dickelsbach-Kanal um zirka 270 Meter zu verlängern. Die Mündung läge dann direkt am Prallhang des Rheines und müsste entsprechend den stark wechselnden Wasserverhältnissen des Rheines ausgebaut und mit einer Spundwand von ca. 95 Metern Länge gesichert werden. Bei 15.000 Quadratmeter Wasserfläche und einer angenommenen Aufschüttungs-Höhe von 8 Metern würden zirka 120.000 Kubikmeter Füllmaterial benötigt. Die für die Zuschüttung entstehenden Kosten dürften wohl in keinem Verhältnis zum  Nutzen einer Sandspielfläche stehen. Hinzuweisen ist noch auf die geplante Verkürzung der Mole des Südhafens, hier ist mit starken Veränderungen und unkalkulierbaren Strömungsverhältnissen des Rheins zu rechnen.

 

Bilder der Baumaßnahme aus den Jahren 1988/89 zeigen den damaligen Aufwand der Verlängerrung des Dickelsbach-Kanals, des Rückbaus und der Zuschüttung des Kultushafens.  

Hochwasserzeiten 2011/2018

In zurückliegenden Jahrhunderten führte der Rhein immer wieder Hochwasser, mit mehr oder weniger dramatischen Folgen. Die höchsten Pegelstände von 1882, 1876 und 1926 sind auf einem roten Schild am Brückenpfeiler der Eisenbahnbrücke ablesbar. Fotos der Winterhochwasser aus den Jahren 2011 und 2018 zeigen die überfluteten Flächen des Kultushafen, des Südhafen und der linksrheinischen Rheinaue bei Rheinhausen. Diese wichtigen, links- und rechtsrheinisch liegenden Retentionsflächen sollten unbedingt erhalten bleiben und nicht überbaut werden.   

Die Hafenmole des Südhafens hat eine wichtige ableitende Funktion zum Strömungsverhalten des Rheins (blaue Pfeile). Würde man, wie bei der IGA-Planung vorgesehen, die Hafenmole um einige hundert Meter zurückbauen, käme es zu einer gravierenden Veränderung der Strömung (rote Pfeile). Vor allem bei Hochwasser würde die volle Wucht der anströmenden Wassermassen die Rhein-Promenade treffen. Dabei käme es unweigerlich zu Schäden und Unterspülungen der Pflasterplatten. Die angedachte Sandspielfläche müsste hochwasserfrei durch massive Spundwände gesichert werden. Die oben gezeigten Hochwasserbilder sprechen für sich und zeigen, dass es bereits bei normalen Hochwasser zu Überflutungen der unteren Rhein-Promenade kommt.       

Hochwasser 05.01.201 Strömungsverhalten des Rheins. Wirkung an der Hafenmole des Südhafens, die blaue Linie zeigt die ableitende Wirkung. Beim Teilrückbau der Mole (rote Linie) würden die Wassermassen voll auf die Rhein-Promenade Ecke Kultushafen prallen.
Hochwasser 05.01.201 Strömungsverhalten des Rheins. Wirkung an der Hafenmole des Südhafens, die blaue Linie zeigt die ableitende Wirkung. Beim Teilrückbau der Mole (rote Linie) würden die Wassermassen voll auf die Rhein-Promenade Ecke Kultushafen prallen.